Videoüberwachung mit Gesichtserkennung im Frankfurter Bahnhofsviertel – Informationsveranstaltung am 2. März um 19.00 Uhr im Club Voltaire
Seit Juli 2025 setzt die Polizei im Frankfurter Bahnhofsviertel KI-gestützte Videoüberwachung mit Gesichtserkennung ein. Als Ziel wird angegeben, vermisste Personen und Opfer bestimmter Straftaten zu identifizieren sowie terroristische Gefahren abzuwehren. Nach Einschaltung der Funktion werden die Gesichtszüge aller im Kamerabereich erfassten Personen mit Fahndungsbildern abgeglichen. Dies stellt einen massenhaften Eingriff in die Privatsphäre aller Menschen dar, die sich dort aufhalten oder bewegen und hat großes Einschüchterungspotential. Insbesondere Anwohnende und Menschen, die dort arbeiten, sind betroffen. Wer, wie und wann erfasst wird, bleibt geheim.
Der Jurist Davy Wang spricht über die faktischen Auswirkungen und erläutert anhand einer aktuellen Klage die rechtlichen Probleme. Er arbeitet bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte, die sich durch strategische Prozessführung für Grundrechte einsetzt, ist Volljurist und Verfahrenskoordinator bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF). Er arbeitete zuvor u. a. beim Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages mit Schwerpunkt im Verfassungsrecht sowie beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales und beim European Center for Constitutional and Human Rights e.V.
Die Veranstaltung findet statt am Montag 2. März 2026 um 19.00 Uhr im Club Coltaire, Klein Hochstraße 5 (Nähe U- und S-Bahn Hauptwache oder Opernplatz. Moderation: Uli Breuer vom Club Voltaire.
Eine Kooperationsveranstaltung des Club Voltaire mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) und der Bürgerrechtsgruppe dieDatenschützer Rhein Main.
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