Gesellschaft für Informatik verlässt Facebook – mit einer detaillierten und mit Fakten versehene Begründung

datenschutzrheinmain/ Mai 6, 2019/ alle Beiträge, Beschäftigten- / Sozial- / Verbraucherdaten-Datenschutz/ 0Kommentare

In einer Stellungnahme vom 29.04.2019 teilt die Gesellschaft für Informatik (GI) mit: Der GI-Vorstand hat beschlossen, die Präsenz der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) unter https://www.facebook.com/wir.sind.informatik zum 15. Mai zu schließen.“

Interessant ist insbesondere die detaillierte und mit Fakten versehene Begründung für diese Entscheidung:

  1. Facebook ist ein Feind des Datenschutzes. Dies ist im Geschäftsmodell begründet, das auf dem Verkauf von Daten fußt. Die jüngsten Einlassungen [1], man werde in Zukunft die Daten besser schützen, sind angesichts von Facebooks langer Geschichte von Datenschutzverletzungen [2] [3]  unglaubwürdig. Facebook verschleiert Geschäftspraktiken [4], betrieb und betreibt intensives Lobbying gegen Datenschutz [5] und verfolgt sogar Facebook-Gegner – im wörtlichen Sinn [6]. Datenschutzbehörden, Gerichte und Kartellämter sind in vielen Ländern mit Einsprüchen, Urteilen und Bußgeldern gegen Facebook vorgegangen. Selbst in den USA gerät Facebook unter Druck [7].
  2. Facebook vernachlässigt die Datensicherheit. Wiederholt sind persönliche Daten an nicht befugte Personen oder gar an die Öffentlichkeit gelangt, durch interne Nachlässigkeiten [8] [9] oder durch externe Angriffe auf schlecht geschützte Daten [10]. Die Sicherheit persönlicher Daten mag zwar bei einer Fanpage keine zentrale Rolle spielen. Dennoch sollte die GI die Dienste eines Unternehmens meiden, das ungenügend auf die Sicherheit der ihm anvertrauten persönlichen Daten achtet.
  3. Facebook bedroht Demokratie und Marktwirtschaft. Die Vorgänge um Cambridge Analytica [11] haben die allgemeine Gefahr des Microtargeting über persönliche Daten – jenseits der bekannten Produktwerbung – deutlich gemacht. Der Handel mit persönlichen Daten öffnet jeder Art von  systematischer Verhaltenssteuerung der Benutzer Tür und Tor. Dies unterminiert die Grundlagen unserer Demokratie [12]. Hinzu kommt das Bestreben von Facebook, durch Integration weiterer Geschäftsfelder zum Universaldienstleister im Internet zu werden [13] [14]. Am chinesischen WeChat [15] kann man sehen, wohin eine solche Entwicklung führt – sofern sie nicht kartellrechtlich vereitelt wird [16]. In Indien wurde sie verhindert [17].“

 

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