Bravo: Die mittelhessische Stadt Neustadt hat aus Datenschutzgründen ihre Facebook-Seite deaktiviert

datenschutzrheinmain/ Januar 19, 2019/ alle Beiträge, Regionales/ 1Kommentare

Das meldet die Hessenschau am 19.01.2019. Im Bericht wird mitgeteilt: Die Stadt hat aus Datenschutzgründen ihre Facebook-Seite deaktiviert. Grund ist die Datensammelwut des Unternehmens und ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das die Datenschutzbehörden aus Bund und Ländern dazu veranlasste, die Betreiber von Facebook-Fanpages zu mehr Verantwortung beim Datenschutz ihrer Facebook-Fanpage zu verpflichten. ‘Wir haben zunächst versucht, die Datensammelwut von Facebook etwas einzuschränken, indem wir die Kommentarfunktion – soweit es eben möglich war – abschalteten. Das hat aber nicht gereicht’, sagt Fachbereichtsleiter Michel. Grund ist der Statistik-Dienst ‘Insights’, der auf Facebook im Hintergrund Daten der Nutzer sammelt und Cookies auch ohne klares Einverständnis der Nutzer setzt. Die Stadt als Betreiberin der Seite sammelt also automatisch mit – ob sie will oder nicht. ‘Wir müssten in der Lage sein, zu ermöglichen, dass Cookies oder dass die Statistiken abgeschaltet werden’, sagt Michel. Doch das sei nicht möglich. Facebook biete nicht mal die Möglichkeit, die Nutzer über den Datenschutz zu informieren. Im Rathaus der 9000-Einwohner-Stadt wolle man deshalb nichts riskieren. Man habe auch nicht die Kapazitäten, über die ständig sich verändernden Datenschutzbedingungen Facebooks auf dem Laufenden zu bleiben. Deswegen verzichtet die Verwaltung in Zukunft lieber ganz auf ihren Facebook-Auftritt.”

Bravo! Nachahmenswert!

Auch durch die Stadt Frankfurt, die nach wie vor auf Facebook setzt.

Ein Wermutstropfen bleibt aber auch in Neustadt: Lt. Bericht der Hessenschau “informiert die Stadt nun über den Nachrichten-Dienst Whatsapp. Der gehört zwar auch zu Facebook und ist ebenfalls nicht gerade für Datenschutz bekannt.”

 

1 Kommentar

  1. Wer heute als Verantwortlicher NICHT die Grundrechte beachtet (informationelle Selbstbestimmung u.ä.), trägt zumindest eine Teilschuld daran, dass die eigenen Kinder, Enkel usw. in eine Überwachungsgesellschaft (“Vorbild” China) geboren werden.

    Deshalb begrüße und unterstütze ich AUSDRÜCKLICH diese Entscheidung der Stadt, die zum Wohle ihrer Bürger ist; auch, wenn sich dies viele “smartphoneabhängige” Bürger NOCH nicht eingestehen wollen.

    Der weitere Verzicht auf WhatsApp wäre ein noch stärkeres Zeichen, dass man die Rechte der Bürger respektiert.
    Insbesondere die Rechte von den Bürgern, die NICHT bei Facebook und NICHT bei WhatsApp sind und sich dennoch im Telefonbuch (Kontakte) von Nutzern dieser immer un-sozialeren Medien befinden!

    Dass Hessen als die Wiege von Grundrechten, fälschlich als Datenschutz bezeichnet, heute zu den Schlusslichtern gehört, ist leider eine traurige Tatsache.
    Dies bietet umso mehr Potential, den (hessischen) Menschen wieder mehr in den Mittelpunkt zu stellen und NICHT NUR dessen Daten!

    Dies macht u.a. Niedersachsen vor mit seinem
    “Merkblatt für Verantwortliche zur Nutzung von „WhatsApp“ bei Behörden und sonstigen öffentlichen Stellen in Niedersachsen”

    Die Landesbeauftragte für den Datenschutz Niedersachsen (LfD) hat bereits mehrfach öffentlich betont, dass der Einsatz von WhatsApp durch Behörden und sonstige öffentliche Stellen zur dienstlichen Kommunikation im Rahmen der ihnen obliegenden öffentlichen Aufgaben gegen datenschutzrechtliche Regelungen verstößt.

    https://www.lfd.niedersachsen.de/themen/kommunales/merkblatt-fuer-verantwortliche-zur-nutzung-von-whatsapp-bei-behoerden-und-sonstigen-oeffentlichen-stellen-in-niedersachsen-171394.html

    Merkblatt zum Download
    https://www.lfd.niedersachsen.de/download/138075/Merkblatt_fuer_Verantwortliche_von_Behoerden_und_sonstigen_oeffentlichen_Stellen_in_Niedersachsen_zur_Nutzung_von_WhatsApp_.pdf

    Siehe auch
    https://de.wikipedia.org/wiki/Jaron_Lanier

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