Olympiade der Videoüberwachung: Gratulation! London erringt die Bronzemedaille; Berlin abgeschlagen auf Platz 50

CCTV-NeinDanke/ August 15, 2020/ alle Beiträge, Videoüberwachung, Videoüberwachung in der Region/ 0Kommentare

So könnte man zynisch die Zahlen kommentieren, die jüngst u. a. im österreichischen Internetmagazin Futurezone.at veröffentlicht wurden. Weltweit steigt die Zahl der Überwachungskameras im öffentlichen Raum. Vor allem in der VR China ist das Netzwerk von Videokameras flächendeckend ausgebaut, aber auch in Europa und Deutschland erhöht sich die Anzahl der Kameras.

Weltweit steigt in den Metropolen die Anzahl der Videoüberwachungs-Kameras im öffentlichen Raum. Diese Überwachungssysteme dienen vorgeblich unterschiedlichen Zwecken: Teils soll der Straßenverkehr überwacht werden, teils Industriegebiete, teils das unmittelbare Umfeld von Fabriken, Wohnhäusern, Banken, Geschäften oder Restaurants. In allen Fällen dienen diese Kameras aber auch der Überwachung der Passant*innen im Sichtbereich der Kameras. In manchen Städten ist das Übrwachungs-Netzwerk der Kameras so flächendeckend, dass jeder Schritt eines Menschen zurückverfolgt werden kann. Und nicht nur in der VR China sind die Systeme häufig mit einer Gesichtserkennungssoftware ausgestattet, so dass Anonymität beinahe ausgeschlossen wird.

Quelle: Futurezone.at 

Dieses Ranking bezieht sich nicht auf die absolute Anzahl der Überwachungskameras in den Städten, sondern auf deren Anzahl pro 1.000 Einwohner. Taiyuan (VR China), Wuxi (VR China) und London (Großbritannien) markieren hierbei die Top 3 der am intensivsten überwachten Städte weltweit. In London kommen auf 1.000 Personen 67,47 Kameras (627.727 Kameras auf insgesamt 9.304.016 Einwohner). Berlin belegt im weltweiten Ranking Platz 50. In der deutschen Hauptstadt der Videoüberwachung kommen auf 1.000 Einwohner 4,90 Kameras beziehungsweise 17.464 Kameras auf eine Bevölkerung von 3.562.038 Menschen.

Und in Frankfurt?

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wohnten im Jahr 2019 etwa 763.400 Einwohner in Frankfurt, der größten Stadt Hessens. Hier dürfte sich die Zahl der Kameras, die auf den öffentlichen Straßenraum gerichtet sind, auf (geschätzt) mindestens 1.500 belaufen. Pro 1.000 Einwohner bedeutet das 1,96 Videoüberwachungskameras. Bereits im Mai 2014 hat die Bürgerrechtsgruppe dieDatenschützer Rhein Main dem Hessischen Datenschutzbeauftragten mitgeteilt, dass sie auf Frankfurter Straßen und Plätzen an 369 Standorten insgesamt 820 Videoüberwachungskameras registriert hat, die den öffentlichen Stra0enraum überwachen. Zu einem nicht unerheblichen Teil sind diese Kameras rechtwidrig installiert, wie aus Rückmeldungen des Hessischen Datenschutzbeauftragten hervorgeht.

Gelegenheit, die Überwachungsdichte in der Frankfurter Innenstadt auch sinnlich zu erfahren bietet der

Spaziergang durch eine überwachte Stadt,

der von Roland Schäfer, freiberuflich tätiger Datenschutzbeauftragter und Mitglied der Bürgerrechtsgruppe dieDatenschützer Rhein Main begleitet wird. Die Veranstaltung findet statt am Samstag, den 31.10.2020, ab 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Treffpunkt ist an der Konstablerwache (S- und U-Bahn-Haltestelle) vor dem Café Nachtleben an der Ecke zur Konrad-Adenauer-Straße. Zur Teilnahme ist eine Anmeldung bei der VHS notwendig.

Quelle: Programm der VHS Frankfurt 

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