datenschutzrheinmain/ November 18, 2018/ alle Beiträge, Videoüberwachung, Videoüberwachung in der Region/ 3Kommentare

Durch zwei Leser*innen dieser Homepage wurde die Redaktion aufmerksam gemacht auf einen Beitrag in der Frankfurter Neuen Presse (FNP) vom 09.11.2018.  Daniel Gräber, in der Lokalredaktion der FNP u. a. zuständig für die Themen Polizei, Ordnung und Sicherheit, nahm eine Pressemitteilung der Bürgerrechtsgruppe dieDatenschützer Rhein Main vom 05.11.2018 zum Anlass, um in einem Kommentar unter der Überschrift “Video-Gegner machen Stimmung” wahrheitswidrig zu behaupten: Für ‘die Datenschützer Rhein Main’ ist die Kreuzung Breite Gasse/Allerheiligenstraße ein Schandfleck. Nicht weil sich dort Drogendealer und andere zwielichtige Gestalten herumtreiben, sondern weil dort seit diesem Frühjahr eine Überwachungskamera hängt.

Für diese Behauptung bleibt Herr Gräber jeden Beweis schuldig. Hätte er korrekt recherchiert und berichtet, dann hätte er aus der Pressemitteilung wie folgt zitieren können: Videoüberwachung im Allerheiligenviertel hat Kriminalität nicht reduziert, sondern lediglich verdrängt. Zu dieser Bewertung kommt der für die Frankfurter Alt- und Innenstadt zuständige Ortsbeirat 1. In einer Anregung vom 18.09.2018 (OA 303) an Stadtverordneten und Magistrat unter dem Titel ‘Inder Allerheiligenstraße ist es zu dunkel’ fordern die Stadtteil-Parlamentarier: “Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Magistrat wird aufgefordert, im östlichen Abschnitt der Allerheiligenstraße die Beleuchtung zu verbessern.’ Interessant die Begründung: “Seitdem die Kamera im Bereich der Breite Gasse installiert wurde, betrachten die Anwohnerinnen und Anwohner diesen Bereich als Angstzone, da sich die Dealerszene (auch) dorthin verlagert hat…’”

Andreas Laeuen (Fraktionsvorsitzender der Grünen im Ortsbeirat und Bewohner des Allerheiligenviertels), hat den Beitrag des Herrn Gräber in einem eigenen Komentar auf der Homepage der FNP wie folgt bewertet: “Na ja man sollte schon mal genau hinschauen und überlegen, ob man die Dealer in den Hinterhöfen und Hauseingängen lieber hat, als auf der Straße unter einer gewissen sozialen Kontrolle. Die Bewohner der Klingerstraße, der Albusstraße und die mit den offenen Hinterhöfen sprechen eine andere Sprache. Die Berichterstattung ist etwas einseitig, denn ich kenne eine Reihe an Bewohnerinnen und Bewohner, die wegen der Verdrängung in diese Bereiche gegen die Kameras sind. Als ‘Anwohner’ kommt ein SPD-Genosse zu Wort, der von dem Phänomen gar nicht betroffen ist. Ich bin auch Mitglied einer Partei und kann als betroffener Anwohner in der Klingerstraße das Dilemma täglich beobachten. Es gab auch wieder einige Wegzüge, das Viertel verkommt mehr und mehr…”


Update 21.11.2018

So geht seriöse Berichterstattung zu einem strittigen Thema, Herr Gräber:

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3 Kommentare

  1. “Die FNP ist eine Zeitung mit bürgerlich-konservativer Grundhaltung. Wir schauen deshalb natürlich etwas kritischer auf die linksradikale Szene als Zeitungen wie die Rundschau. Aber ich bin immer auch offen für andere Positionen.”

    O-Ton Daniel Gräber.

    1. Seit wann sind die Datenschützer Rhein-Main linksradikal?
      Im Verfassungsschutzbericht 2017 (https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/Verfassungsschutzbericht%202017.pdf) habe ich nichts über die gelesen!
      Oder habe ich da was übersehen – Frau/Herr Reltek?
      Und nicht zuletzt: Ist “Reltek” ein Pseudonym von/für Daniel Gräber?

  2. Den sogenannten konservativen Kräften geht es (meistens) nicht um eine Verbesserung der Lebensumstände, sondern um die schrittweise Errichtung eines totalitären (Überwachungs-)Systems.
    Das Herbeireden bzw. Herbeischreiben von Angst und Angsträumen ist hier stets eine beliebte Manipulationsmethode.
    Das ganze ist allerdings ein russisches Roulettspiel, denn keiner weiß heute, wer morgen die Kontrolle über diese Überwachungstechnik hat!

    Jeder der heute diese Überwachungstechnik fordert, ist dafür juristisch und moralisch verantwortlich, dass seine Kinder und Enkel demnächst in einem orwellschen Überwachungsstaat auf zahlreiche Menschen-, Grund- und Freiheitsrechte verzichten müssen.

    Solange die heute “Verantwortlichen” nur bis zum Ende der Legislatur denken (können), wird sich diese Spirale stets weiterdrehen.

    Die Zeit läuft den NUR-Diskutierenden davon.

    Auch der SATTE BÜRGER muss JETZT und nicht morgen oder übermorgen FRIEDLICH auf die Straße gehen, wenn er die freiheitlich demokratische Grundordnung und eine solidarische Gesellschaft für seine Nachkommen retten will.
    #unteilbar mus sich vielerorts zu vielen Terminen wiederholen!

    Kommunale Kleingeister kappieren leider nicht, dass sie nur Erfüllungsgehilfen der großen Strippenzieher im Hintergrund sind.
    http://norberthaering.de/de/27-german/news/951-weltwirtschaftsforum

    Wer sich hingegen sachlich für Verbesserungen einsetzen will, könnte sich an den Beispielen aus der ZDF-Sendung Planet-b orientieren.

    Gesellschaft | plan b – Stadt im Wandel

    Soziale Brennpunkte oder Problemviertel gibt es viele in der Republik. Einige Städte haben berüchtigte Bezirke und dunkle Ecken in sichere und attraktive Gegenden verwandelt.

    https://www.zdf.de/gesellschaft/plan-b/plan-b-stadt-im-wandel-100.html

    Als Download bis 27.10.2019, 18:00
    https://downloadzdf-a.akamaihd.net/mp4/zdf/18/10/181027_stadtwandelneu_plb/2/181027_stadtwandelneu_plb_776k_p11v14.mp4

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