Die Zukunft der Gesundheitsversorgung?

adinfinitumfr/ Februar 20, 2015/ alle Beiträge, eGk - e-Health-Gesetz - Telematik-Infrastruktur, Patientenrechte / Patientendatenschutz/ 4Kommentare

Oftmals enthüllt der Blick über den großen Teich, welche Entwicklungen auf uns zukommen.

Der Aufbau der Gesundheits-Telematik, die alle Beteiligten im Gesundheitswesen (Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser, Psychotherapeuten, Apotheken) miteinander vernetzen soll, wird Veränderungen in unserer Gesundheitsversorgung mit sich bringen. Das vom Gesundheitsministerium geplante eHealth-Gesetz soll dieses Netz auch für weitere Akteure öffnen. Die Sicherheit unserer Daten soll nach dem „Stand der Technik“ gewährt werden, versucht uns der Gesetzentwurf zu beruhigen. Dass dieser nicht vor Datendiebstahl schützt, zeigte der Datendiebstahl beim amerikanische Krankenversicherer Anthem, der trotz der Tatsache möglich war, dass laut Anthem die Daten „nach dem Stand der Technik“ gesichert waren.

Wenn wir pessimistisch sind und damit rechnen, dass alles was Amerika uns vorlebt mit Verzögerung auch zu uns kommt, was können wir dann erwarten?

Die Website http://patientprivacyrights.org/ hat eine Grafik veröffentlicht, die zeigt, welche Firmen aufgrund welcher Gesetze Zugriff auf Patientendaten haben.

Die innerste Zone ist das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, von dem auch noch viele Amerikaner glauben, dass es dem Arztgeheimnis unterläge. Dies trifft aber in Amerika in keiner Weise mehr zu.

Die Zone 2 (Covered Entities) durchbricht bereits dieses Arztgeheimnis und verschafft den Zugang für Krankenhausketten, Krankenversicherer, Lebensversicherer, Versicherungsmakler, Polizei um nur eine Auswahl zu nennen.

In der Zone 3 (Business Associates) bekommen Kreditbüros, Anwälte, Apothekenketten, Pharmafirmen, Buchhalter und mehr Zugriff.

Zone 4 schließlich gewährt nach dem Gramm Leach Bliley Financial Services Act den Zugriff für die Finanzbranche: Banken, Kreditinstitute, Hypothekenbanken, Investmentbanken und andere haben Zugang.

Link:

http://patientprivacyrights.org/wp-content/uploads/2013/08/Zones_of_Privacy.pdf

4 Kommentare

  1. Hallo,
    bin erst vor Kurzem auf diese Webseite gestossen.
    Der obige Artikel zum Thema „Zukunft der Gesundheitsversorgung“ war sehr interessant.
    Jedoch vermisse ich Infos über schon weltweit gebräuchliche implantierbare RFID. In den USA sollen schon große Bevölkerungsgruppen zwangsweise gechippt worden sein, so z.B. Häftlinge, Soldaten, Sozialhilfeempfänger. Ich weiß nicht, ob dies nur ein Gerücht ist, oder schon tatsächlich Realität.
    Außerdem wird im Europaparlament schon seit Jahren über den Einsatz von RFID diskutiert, auch implantierbare!
    http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=WQ&reference=E-2006-0798&format=XML&language=DE
    http://www.rfid-im-blick.de/de/201509162920/transparenz-und-sicherheit-in-medizinischen-prozessen-mit-rfid-treffen-sie-die-fachwelt-auf-der-rfid-tomorrow-2015.html
    http://www.rfidinnovations.eu/rfid-anwendungen/13-rfid-anwendung-medizin-healthcare
    https://de.wikipedia.org/wiki/RFID
    Ich hoffe jedenfalls, dass uns allen die zwangsweise Implantierung von RFIDs erspart bleiben wird, ansonsten wird diese Welt für uns zu einem einzigen Gefängnis!
    Selbst die derzeitig gebräuchlichen Anwendungen von RFID sind schon besorgniserregend genug!
    Zum Beispiel: http://www.taz.de/!5232372/

  2. Hallo Reinhild,

    in der Tat ist es eine beängstigende Vorstellung, dass Menschen ähnlich wie Zuchtvieh gechipt werden könnten. Es gibt bestimmt Menschen, die das sogar für eine coole Idee halten und einige haben das ja auch schon freiwillig bei sich machen lassen, weil es so toll ist, dass sie so ihre Haustür ohne Schlüssel entriegeln können. Gefährlich sind die Leute, die hier ein großes Geschäft wittern und die Politik bearbeiten, das per Gesetz verpflichtend einzuführen.

    Ob in den USA schon Bevölkerungsgruppen zwangsweise gechipt wurden, weiß ich nicht. Weil ich davon noch nicht gehört habe, tendiere ich dazu, das für eine urbane Legende zu halten (lasse mich aber gern (oder besser ungern) eines Besseren (korrekter Schlechteren) belehren).

    Jedenfalls stimme ich zu, dass wir die Entwicklung im Auge behalten müssen. Wehret den Anfängen!

  3. Danke für die Antwort!
    Habe weiterrecherchiert.

    Hier weitere Links:
    http://www.rfid-tags-manufacturer.com/rfid-tags-for-prisoners
    http://guardianrfid.com/products/rfid-tags
    http://www.freepatentsonline.com/7102508.html
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2885600/

    Diese Untersuchung in den USA ergab, dass 1 von 3 Personen, überwiegend unwissentlich, RFID Implantate im Körper trägt:
    http://whale.to/a/analysis_of_radio_frequency.html

    heimlich offenbar bevorzugt in Zahnfüllungen/Prothesen/etc.:
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24255554

    Interview mit Aaron Russo
    https://www.youtube.com/watch?v=5fbC74W7ICc&spfreload=10

  4. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24255554 ist einfach ein Artikel, der die Möglichkeit untersucht, RFIDs in Zähnen unterzubringen. Das National Institute of Health erachte ich als eine seriöse Quelle.

    Bei whale.to habe ich ernste Zweifel. Darüber findet man im Web nicht viel Gutes, z.B. stellt http://rationalwiki.org/wiki/Whale.to Whale.to als unseriös dar.

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