Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und Telematik-Infrastruktur (TI) im Zeichen von Big Data

datenschutzrheinmain/ Oktober 5, 2016/ alle Beiträge, eGk - Telematik-Infrastruktur, Uncategorized/ 1Kommentare

Rolf Lenkewitz ist Systemadministrator und kenntnisreicher Gegner der elektronischen Gesundheitskarte (eGk) und des telematischen Systems im Gesundheitswesen. Er hat am 02.10.2016 in Köln im Rahmen der Big Data Konferenz „Solidarische Perspektiven gegen den technologischen Zugriff“ seine Kritik an den Planungen für die eGk und die Digitalisierung und Zentralisierung der Datenhaltung im Gesundheitswesen in Deutschland vorgetragen.

Was mit dem telematischen System im Gesundheitswesen beabsichtigt wird, fasst R. Lenkewitz wie folgt zusammen: „Die gematik hat stets die eGK in der Öffentlichkeit in den Vordergrund gestellt, die medizinische Infrastruktur Deutschlands als Primär-Systeme deklariert und mit Hilfe des sperrigen Begriffes ‚Telematische-Infrastruktur‘ von der eigentlichen Dimension des Mastersystems abgelenkt. Damit werden bis heute weite Teile der Öffentlichkeit hinters Licht geführt, was es mit dem bisher größten IT-Projekt in Wirklichkeit in Deutschland auf sich hat: Umwandlung des Deutschen Gesundheitssystems, über Anpassung von Software- und Hardware, in das bundesweite Mastersystem der Telematik-Infrastruktur für die informelle Verwertung sensibelster und schützenswertester Daten. Primärsysteme des Deutschen Gesundheitswesens werden zu untergeordneten Systemen, die von einem Mastersystem reguliert werden. Datenverarbeitungs-Monopol und Metadatensystem für die Speicherung und Auswertung von medizinischen Daten, aller Deutschen, aus allen Primärsystemen, in physischen und virtuellen Rechenzentren!“ (Präsentation S. 59)

Die Schlussfolgerung aus der Sicht von R. Lenkewitz:

  • Die elektronische Gesundheitskarte und Telematik-Infrastruktur kippt die letzten Hürden hin zum gläsernen Menschen und zum Überwachungsstaat in Deutschland.
  • Politik und Staat haben die letzten roten Linien überschritten.
  • Die Ökonomisierung, die Kommerzialisierung hat die medizinische Ressource Mensch vollständig erfasst.
  • Der Technologieprozess geht einher mit der Philosophie des Mensch-Maschine Hybriden, der digital vermessen, gesteuert und damit gewinnbringend optimiert wird. Die Menschen werden zur gewinnbringenden informellen Verwertungsmasse.
  • Mit dem eGK/TI-System entsteht die Grundlage für eine vollständige Datenerfassung und Kontrolle der Gesundheit und Organentwicklung im Menschen von Geburt an.
  • So kann nun z.B. endlich erfasst und gezählt werden wer die Organspende ablehnt oder wie er dazu steht (Info-Container da >Zero-Information).
  • Die Verknüpfung der Datenbestände über alle Bereiche des Gesundheitswesens wird hochgradig intensiviert, ein Resultat von Vielen ist eine neue Form der smarten Organwirtschaft.“ (Präsentation S. 60/61)

Unter dem Blickwinkel informierter und demokratisch strukturierter gesellschaftlicher Teilhabe der BürgerInnen dieses Landes kritisiert R. Lenkewitz das bisherige Verfahren bei der Entwicklung und Implementierung des telematischen Systems:

  • „Für das größte IT-Projekt der Welt existieren keine vergleichbaren modernen und kompakten Beschreibungen und Visualisierungen des Systems!
  • Es wurden keine angepassten und verständlichen Beschreibungen entwickelt, die den Bürgern eine unabhängige Einschätzung des IT-Systems ermöglicht hätte. Dadurch konnte keine freie Meinungsbildung entstehen.
  • Das größte IT-Projekt baut auf theoretischen Dokumentationen aufund wird in klassischer Form über Lasten- und Pflichtenhefte * mit den beteiligten Unternehmen konkretisiert und weiterentwickelt.
  • Die Nachvollziehbarkeit des Systems und eine ganzheitliche Betrachtungsweise der endgültigen Ausprägung des Systems sind dadurch stark eingeschränkt!
  • Das größte IT-Projekt der Welt kann sich frei entfalten, ohne das eine Kontrolle durch die Gesellschaft stattfinden kann.
  • Die Begleitung durch das Bundesamt für Informationssicherheit(BS) basiert auf der Kontrolle von Komponenten, wie z.B. der Entwicklung des Konnektors und nicht auf einer Infragestellung der Systemarchitektur der elektronischen Gesundheitskarte!“ (Präsentation S. 65/66)

1 Kommentar

  1. Es ist der absolute Wahnsinn. Welche Macht die Pharma-industrie und das Überwachungssytem haben,
    welchen einfluss es nehmen wird es ist nur eine Frage der Zeit bis ein Arbeitgeber Zugriffe über die Mitarbeiter und deren genetischveranlagte risiken haben (Krebs, Psy. und usw.). Wer genetisch nicht belastet
    ist und war wird auf allen Stellen bevorzugt ,Arbeit, Krankenkassen, Studium usw…
    Eine Einsortierung der Menschen wird lanfristig statt finden und die Krankenkassenbeiträge werden
    auf Kosten von Risikogruppen eingeteilt.

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