Deutsche Bahn will Videoüberwachung in Bahnhöfen ausbauen – Zusätzliche Kameras an bis zu 100 Bahnhöfen

datenschutzrheinmain/ Dezember 23, 2014/ alle Beiträge, Videoüberwachung, Videoüberwachung in der Region/ 0Kommentare

IMG_hbf-ffm-nord0001Kameraüberwachung an der Frontseite des Frankfurter Hauptbahnhofs

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Die Deutsche Bahn hat vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass sie die Videoüberwachung auf ihren Bahnhöfen schneller als bislang geplant ausweiten will. In 2015 sollen bis zu 700 weitere Kameras in rund 100 Bahnhöfen installiert werden. Damit geht die DB mit ihren Überwachungsplänen noch über das mit dem Bundesinnenministerium und der Bundespolizei vereinbarte 6-Jahres-Programm zum Ausbau der Videoüberwachung an Bahnhöfen hinaus. In der Mitteilung der DB (http://s14.yesspress.com/dbag/2014/12/22/7789298/15021/UMIQMBBDmd1S3qcsyQkZt93ocIo/168%20-%20weiterer%20%20Ausbau%20Video.pdf) ist zudem zu lesen:

  • Bislang auf etwa 140 Bahnhöfen im Auftrag der Bundespolizei Videobilder gespeichert;
  • insgesamt sind 4.800 Kameras an rund 640 Bahnhöfen im Einsatz;
  • weitere 18.000 Videokameras in Regionalzügen und S-Bahnen;
  • damit werden bereits jetzt 80 Prozent der Fahrgastströme mit Videotechnik erfasst.

Ein Kommentar der Westfalenpost hebt sich wohltuend aus dem zustimmenden Kopfnicken in vielen Medien hervor. Dort ist zu u. a. lesen: „…Kameras halten Betrunkene nicht von einer Gewalttat ab, Selbstmordattentäter schon gar nicht. Sie können allenfalls den Ermittlern bei der Aufklärung helfen… Neben der leichteren Ermittlung eines Täters gibt es zwei Argumente, die von den Befürwortern der Überwachung aufgeführt werden: Sie soll mögliche Gewalttäter abschrecken und die gefühlte Sicherheit der Reisenden erhöhen. Für das erste Argument, so plausibel es klingen mag, gibt es bislang keinerlei Beweise. Auch nicht aus London, wo praktisch jeder öffentliche Ort per Kamera überwacht wird. Die Kriminalität dort geht leicht zurück – genauso wie im noch wenig überwachten Deutschland. Und das liegt sehr wahrscheinlich an der Demografie: Alte sind einfach weniger kriminell. Gegen Argument Nummer 2, die gefühlte Sicherheit, lassen sich weniger Argumente aufführen. Gefühle lassen sich schließlich nicht allein von Fakten leiten. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Videoüberwachung als Ausrede missbraucht wird – als Ausrede dafür, beim Personal zu sparen. Genau dazu darf es nicht kommen… Oft reicht ja schon die Wiederbelebung eines alten Bahngebäudes (sofern noch vorhanden). Zur Not hilft auch der Schaffner im Zug.“ (siehe http://www.derwesten.de/wp/meinung/videoueberwachung-allein-reicht-nicht-cmt-id10172173.html)

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