datenschutzrheinmain/ November 22, 2018/ alle Beiträge, Patientenrechte / Patientendatenschutz/ 0Kommentare

Das Klinikum Fürstenfeldbruck war mehr als eine Woche durch einen Computervirus in weiten Bereichen lahmgelegt.

Schadensbegrenzung der besonderen Art:

Nachdem tagelang keinerlei Information über Art und Ausmaß des Abgriffs auf der Homepage des Klinikums zu finden war, erschien dort am 20.11.2018 folgende Meldung:

Quelle: Homepage des Klinikums Fürstenfeldbruck

Die Ärzte Zeitung online vom 22.11.2018 kommentiert diese Art von Nicht-Information  zu Recht mit dem Satz: Die Leitung im Klinikum Fürstenfeldbruck lässt Fragen nach verantwortungsbewusstem Umgang mit Patientendaten derzeit unbeantwortet.” Am Ende des Beitrags wird mitgeteilt: “Der Landesdatenschutzbeauftragte Thomas Petri will ‘sich das nochmal ansehen’, sobald die strafrechtlichen Ermittlungen abgeschlossen sind.”

Dieser hatte bereits in einer Pressemitteilung vom 07.11.2018 erklärt: “Meldungen über einen Befall von Arbeitsplatzrechnern bei bayerischen Verantwortlichen erreichen das BayLDA wöchentlich. Im Falle einer Infektion kann sich die Schadsoftware unter Umständen im gesamten Netzwerk der betroffenen Organisation ausbreiten… Betroffen sind nach den eingehenden Meldungen beim BayLDA oft Ärzte und kleinere Betriebe, die sich entweder der Gefährdungslage nicht bewusst waren oder nur über unzureichende Sicherheitsmaßnahmen verfügten. Das BayLDA hat sich deshalb entschieden, Ärzte zum Umgang und Prävention von Ransomware-Attacken zu kontrollieren…”

Das Problem ist aber nicht auf Bayern beschränkt.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD im Hessischen Landtag, Daniela Sommer, hatte am 12.04.2018 eine Kleine Anfrage zum Thema IT-Sicherheit in Krankenhäusern an die Hessische Landesregierung gestellt. Ihre erste von insgesamt zehn Fragen lautete: “Wie viele hessische Krankenhäuser sind seit 01.01.2016 Opfer von Schadsoftware (Malware) oder eines Hackerangriffs geworden?” Die Antwort, in einem Satz zusammengefasst: Jede vierte hessische Klinik war seit 1. Januar 2016 Opfer von Schadsoftware (Malware) oder eines Hackerangriffs – wenn auch nicht in dem Umfang, wie das jetzt in Fürstenfeldbruck der Fall war.

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