„Digitale Teilhabe von Armutsbetroffenen in NRW“ – Wissenschaftliche Expertise weist nach, dass gleichwertige analoge Zugänge zu Verwaltungsleistungen sichergestellt werden müssen

WS/ Juli 5, 2026/ alle Beiträge, Grundrecht auf analoge Lebensgestaltung/ 0Kommentare

Das Otto-Blume-Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) hat im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS) untersucht, wie es um die digitale Teilhabe einkommensarmer Haushalte in Nordrhein-Westfalen bestellt ist. Die Studie kombiniert Datenanalysen mit Fokusgruppen und Fallstudien und bezieht Armutsbetroffene ausdrücklich als Expert*innen in eigener Sache ein.

Die zentrale Erkenntnis: Digitale Teilhabe ist heute Voraussetzung für Verwaltung, Existenzsicherung, Arbeitsmarkt, Bildung und Gesundheit – doch gerade in einkommensarmen Haushalten sind die nötigen Voraussetzungen oft nicht verlässlich gegeben. Smartphones sind zwar meist vorhanden, stoßen bei komplexeren Verfahren wie Anträgen oder Dokumentenprozessen aber an ihre Grenzen. Im Ergebnis wird in der Studie u. a. die Sicherstellung gleichwertiger analoger und digitaler Zugänge zu Verwaltungsleistungen gefordert.

Bereits vorliegende Studien belegen, dass die Chancen, digital zu partizipieren und von der digitalen Transformation zu profitieren, in der Gesellschaft ungleich verteilt waren. Eine der zentralen Determinanten für Zugangs- und Nutzungsunterschiede war und ist das Haushaltseinkommen. Weitere Sozialkategorien – wie Bildungsgrad, Geschlecht oder Herkunft – haben ebenfalls Einfluss auf digitale Teilhabemöglichkeiten. Hieraus resultierten unterschiedliche Chancen etwa bei der gesellschaftlichen Teilhabe, dem Bildungserfolg oder den individuellen Arbeitsmarktchancen. Die Ziele bei Erarbeitung der Studie waren daher u. a.

  • die Offenlegung von Unterschieden in Ausstattung, Zugang und Nutzung digitaler Medien bei Menschen aus einkommensarmen Haushalten sowie
  • die Herausarbeitung von praxisbezogenen Empfehlungen für die Verbesserung der Teilhabemöglichkeiten (analog und digital).

Die Ergebnisse der Expertise können hier heruntergeladen werden:

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