datenschutzrheinmain/ November 18, 2018/ alle Beiträge, Patientenrechte / Patientendatenschutz/ 0Kommentare

Der Münchner Merkur meldete am 14.11.12018: Fürstenfeldbruck – Seit einer Woche schon ist die elektronische Datenverarbeitung im Klinikum vollständig lahmgelegt. Noch ist nicht ganz klar, wie es zu dem EDV-Totalausfall kommen konnte. Doch vermutlich nahm das Unheil seinen Lauf, nachdem ein E-Mail-Anhang geöffnet wurde, in dem eine Schadsoftware versteckt war. Die breitete sich rasant im Netzwerk des Klinikum aus. Der erste Rechner fiel am vergangenen Donnerstag (08.11.2018) gegen Mittag aus. Im Laufe des Tages meldeten immer weitere Abteilungen Probleme. Rechner fuhren sich selbstständig hoch und runter. Es half nur noch eins: Den Stromstecker ziehen. Ab dem Zeitpunkt war klar, dass es sich um ein größeres Problem handelt…”

Wegen der Probleme meldete sich das Klinikum von der Integrierten Leitstelle des Landkreises ab, damit Rettungswagen nur noch lebensgefährlich erkrankte oder verletzte Menschen dorthin brachten. Andere Patienten mussten in Krankenhäuser nach München, Dachau, Starnberg und Landsberg am Lech gebracht werden.

In der Süddeutschen Zeitung vom 15.11.2018 ist ergänzend zu lesen: “Ausgelöst hat die Probleme mutmaßlich ein Virus ‘speziell für den Bankenbereich, der zum Beispiel Pin-Nummern ausspäht’… Weil die Kreisklinik ihren gesamten Geschäftsverkehr über Digitalbanking abwickelt, ließ sie sämtliche Konten sperren. Auf Cyberkriminalität spezialisierte Fachleute der Kriminalpolizei wurden eingeschaltet. Bei sämtlichen etwa 450 Computern werden… nun ein Sicherungs- und Cleaningprogramm aufgebracht und die Software aktualisiert. Seit vorigen Samstag sind auch zwei externe IT-Firmen eingeschaltet. Auch wurde ein zertifizierter Auditor von der Klinik beauftragt, das gesamte EDV-System genau unter die Lupe zu nehmen und, wenn nötig, Verbesserungsvorschläge zu machen. ‘Dass es uns so treffen kann, das ist uns so nicht bewusst gewesen‘, sagt (der Chef des Klinikums) Alfons Groitl…

Und das Problem dauert auch am 18.11.2018 noch an. Aber auf der Homepage des Klinikums Fürstenfeldbruck sucht man vergebens nach einer Mitteilung über die Probleme, ihr Ausmaß und die Auswirkungen auf den laufenden Klinikbetrieb.  Auf der Startseite ist der letzte Hinweis unter “Aktuelles” die Meldung:

 

Und unter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird zwar verkündet: “Mit offener Kommunikation nach außen begegnen wir dem Informationsbedürfnis unserer Patienten, unserer Partner und der interessierten Öffentlichkeit . Es ist uns wichtig Transparenz herzustellen und mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Dialog zu treten.” Aber auch dort wird kein Wort über die aktuellen Probleme im Klinikum verloren. Das Gegenteil von “offener Kommunikation… Transparenz… Dialog”.

Lediglich auf heise.de war am 16.11.2018 erhellendes zum Problem nachlesbar:  “Nachdem am vergangenen Wochenende auch externe Experten hinzugezogen wurden, gehe man derzeit davon aus, Opfer einer Variante der grassierenden Malware Emotet geworden zu sein. Die auf Passwort-Diebstahl und Online-Banking-Betrug spezialisierte Software wird derzeit verstärkt in täuschend echt aussehenden Rechnungen per E-Mail verbreitet. Angehängt ist eine doc-Datei, die versucht, das System mit Schadsoftware zu infizieren. Das Klinikum Fürstenfeldbruck hat deswegen alle Bankkonten sperren lassen, um finanzielle Schäden einzudämmen. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern hat Ermittlungen zur Malware aufgenommen… Der komplette IT-Ausfall der Klinik Fürstenfeldbruck ist eine besonders verheerende Folge der Malware-Welle. Die sorgt bereits seit Tagen für Aufsehen, auch weil Antiviren-Programme erschreckend wenig schützen.”

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