Club Voltaire in Frankfurt: Ein Ort für demokratische Kultur und Debatten ist gerettet
Nach langer Unklarheit über die Zukunft des Club Voltaire, geht die Immobilie im Zentrum der Stadt Frankfurt, in die der Verein seine Räumlichkeiten hat, in das Eigentum der Stiftung medico international über. In den Gruppenräumen und in der Kneipe bietet der Club regelmäßig politische Veranstaltungen, ein attraktives Kultur- und Musikprogramm und einen Treffpunkt mit (gemessen an anderen Lokalitäten in der Frankfurter Innenstadt) moderaten Preisen für Essen und Getränke. Dies wird – so die gute Nachricht – auch weiterhin möglich sein.
Anne Jung, Sprecherin der Stiftung medico international, erklärte bei einer Pressekonferenz am 27.04.2026 , dass das Haus, in dem der Club Voltaire seit 1962 besteht, zukünftig in das Eigentum der Stiftung medico international übergeht. Die Stiftung hat mit dem Club Voltaire einen langfristigen Nutzungsvertrag abgeschlossen. Sie begründete dies u. a. mit der Aussage, dass medico viele Projekte in vielen Ländern unterstütze und dabei gelernt habe, dass demokratische Projekte und Räume geschützt und gefördert werden müssten. Dies gelte auch für den Club Voltaire. Gegen den vielerorts zunehmenden autoritären Druck brauche es die Zusammenarbeit von Demokrat*innen.

Der bei der Pressekonferenz anwesende Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Mike Josef, der den Grundstückskauf begrüßte, machte in seiner Rede deutlich, dass ihn seine ersten politischen Schritte mit dem Club Voltaire verbunden hätten und der Club ein politisches Biotop in der Frankfurter Stadtgesellschaft sei, das durch Geld nicht zu bezahlen sei. Wäre der Club verschwunden, wäre damit zugleich auch ein wichtiges Teil der Stadtgeschichte verschwunden. Dies se glücklicherweise jetzt verhindert worden.
Dr. Ina Hartwig, Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt, ergänzte, der Club Voltaire sei ein wichtiger Debattenort, eine Rarität und ein Unikat – ein Ort, der zu Frankfurt gehöre.

Die Bürgerrechtsgruppe dieDatenschützer Rhein Main schätzt die zentral in der Frankfurter Innenstadt gelegenen Räumlichkeiten und hat die Solidaritätskampagne für den Club Voltaire unterstützt. Sie nutzt einen Raum im Haus für ihre monatlichen Treffen und hat bereits wiederholt gemeinsam mit anderen Organisationen zu Diskussions- und Informationsveranstaltungen in den Club eingeladen, zuletzt am 02.03.2026.
Lothar Reininger, langjähriger früherer Vorsitzender des Trägervereins des Club Voltaire, erklärte in der Pressekonferent, dass die für den 13.05.2026 im Frankfurter Gewerkschaftshaus geplante Solidaritätsveranstaltung jetzt zu einem Fest der Freude erklärt werde.