„Frankfurts oberster Datenschützer“
Mit dieser Bezeichnung stellt die Seniorenzeitschrift der Stadt Frankfurt in ihrer Ausgabe für das 4. Quartal 2025 den behördlichen Datenschutzbeauftragten der Stadt Frankfurt, Leif Erik Holtz, und seinen Aufgabenbereich vor (dort ab S. 18).
„Unbekümmerter Umgang mit Daten“, ein Thema, das den Datenschutzbeauftragten bewegt: „In der heutigen digitalen Welt gibt fast jeder seine persönlichen Daten an den unterschiedlichsten Stellen an: ‚Die Menschen gehen wesentlich unbekümmerter damit um‘, findet Holtz und erinnert an das Jahr 1983, als die damalige Regierung Kohl eine Volkszählung vornehmen wollte. Die Menschen gingen zu Tausenden dagegen auf die Straße, das Bundesverfassungsgericht stoppte diese schließlich und etablierte das Grundrecht auf informelle Selbstbestimmung, das bis heute die Grundlage des Datenschutzes ist. ‚Heute wäre ein solcher Protest nicht mehr im gleichen Maße möglich‘, glaubt er. Gerade bei digitalen Prozessen machten sich die Wenigsten Gedanken darüber, wer alles Zugriff auf ihre Daten hat. ‚Die Leute stellen sich Alexa oder einen anderen virtullen Sprachassistenten in die Wohnung, weil er die Wunschmusik spielt oder das Licht anmacht. Sie werden damit aber rund um die Uhr von einem US-amerikanischen Unternehmen abgehört, das mit den Daten Geld verdient.‘“
Alle Menschen habe das Recht, Einblick in ihre Daten zu erhalten, erläutert Holtz weiter. „Das gilt auch beim Arzt, bei der Bank oder Versicherung.“ Und selbstverständlich auch gegenüber den Ämtern und Betrieben der Stadt Frankfurt.
Zur Nutzung von WhatsApp (beispielhaft auch für andere von Tech-Giganten angebotene Kommunikationsmöglichkeiten stellt er fest: „‚Der Messengerdienst hat viele schöne Funktionen, aber in dessen Geschäftsbedingungen ist festgelegt dass alles, was ich mache, mit meinen sonstigen Meta-Profilen, etwa auf Facebook oder Instagram, zusammengeführt und weiterverkauft werden kann.‘ Der Meta-Konzern, zu dem WhatsApp gehört, könne sogar die persönlichen Fotos nutzen und zum Beispiel damit eine Werbekampagne machen. Es gibt aber Alternativen. Holtz weist beispielsweise auf den Dienst Threema hin, der einmalig 3,99 Euro koste und datenschutzkonform sei. ‚Die Frage ist immer, was ist uns unsere Privatsphäre wert.“ Das gleiche gelte für eine Gmail-Adresse, bei der Google die Inhalte der Mails mitlese und letztlich auch Daten beliebig an Dritte weiterverkaufen könne…“
Der Beitrag endet mit dem Absatz: „So kritisch das klingt, Leif Erik Holtz ist kein Gegner der digitalen Welt, auch wenn er sein eigenes Foto lieber nicht in der digitalen Öffentlichkeit sehen möchte, da ‚das Internet nichts vergisst‘. Die Zeit mit den sozialen Medien lasse sich nicht zurückdrehen, stellt er fest, wünscht sich aber mehr Problembewusstsein bei den Nutzer:innen, auch bei Eltern und in den Schulen. ‚Bei dem, was viele Menschen bereitwillig posten, sollten sie sich fragen, würde ich das auch auf ein Schild schreiben und damit über die Zeil laufen? Wohl eher nicht.‘“