Bargeld(-zahlungen) zukunftsfest machen
Das fordern 14 Verbraucherschutz-, Sozial-, Wohlfahrts-, und Wirtschaftsverbände in einem gemeinsamen Appell an die Bundesregierung. Darin wird festgestellt: „Für Verbraucher:innen in Deutschland wird es immer schwieriger, mit Bargeld zu bezahlen und überhaupt Zugang zu Bargeld zu erhalten. An Selbstbedienungskassen ist oft nur Kartenzahlung möglich, manche Geschäfte lehnen Bargeld sogar vollständig ab. Wichtige Angebote wie Bahnfahrkarten und Schwimmbadtickets können zum Teil nicht mehr oder nur unter erhöhtem Aufwand bar erworben werden. Gleichzeitig werden das Abheben und Einzahlen von Bargeld immer aufwendiger. Dabei legen Verbraucher:innen großen Wert darauf, bar zahlen zu können… In ländlichen Regionen müssen Verbraucher:innen weitere Wege zurücklegen, um Bargeld zu erhalten. Zudem schafft die Postbank die Möglichkeit ab, Sozialleistungen per Scheck in bar auszuzahlen (Zahlungsanweisung zur Verrechnung, ZzV) – ein gravierendes Problem für armutsbetroffene Menschen ohne Konto. Diese Probleme verstärken sich gegenseitig: Weniger Zugangsmöglichkeiten zu Bargeld steigern die Hürden für Verbraucher:innen und führen zu sinkender Nutzung, was wiederum das Angebot weiter einschränkt. Setzt sich diese Entwicklung fort, könnte Bargeld bald für Verbraucher:innen und Unternehmen nicht mehr als Zahlungsmittel nutzbar sein… Eine Gesellschaft ohne Bargeld schließt nicht nur Menschen aus, sondern ist verwundbar. Das Verschwinden von Bargeld hätte negative Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft – insbesondere für Kinder, Ältere und Menschen in prekären Lebenslagen sowie Menschen mit Behinderungen“.
Deshalb fordern die Verbänden, darunter die Verbraucherzentrale und der Paritätische Wohlfahrtsverband, ein Gesetz zum Schutz des Bargelds: Es soll sicherstellen, dass Bargeld grundsätzlich als Zahlungsmittel akzeptiert wird, und dass alle Menschen kostenfrei und barrierefrei in angemessener Nähe Zugang zu Bargeld haben – sei es über Geldautomaten oder andere Lösungen.